Schweinehund

Lernen am Samstag steht in Großbuchstaben auf meiner To-do-Liste. Einfach mal nichts tun und entspannen gefällt mir gerade besser. Die Prüfung ist noch weit weg, die Arbeitswoche war anstrengend. Die neuen Nachrichten im Messenger von WhatsApp lesen. Und im Insta-Feed scrollen. Kennst du das? Manche sagen, das liegt am inneren Schweinehund. Doch wer ist das eigentlich – mein innerer Schweinehund?

Eine gute Frage.

Prokrastination und fehlende Motivation während der Weiterbildung

Auch hoch motivierten Berufstätigen in Studium und Weiterbildung fällt es an manchen Tagen schwer, sich zum Lernen aufzuraffen. An diesen Tagen scheint der Berg an Lernstoff fast unüberwindbar. Dann gewinnt der Schweinehund (wissenschaftlich: die Prokrastination), obwohl du genau weißt, was besser wäre.

Emotionen und Prokrastination

Studien bestätigen, dass Prokrastination und Emotionen eng zusammenhängen. Ich möchte unangenehme Emotionen wie beispielsweise Ärger, Angst, Unsicherheit oder Langeweile vermeiden, meine Motivation hochhalten. Denn diese negativen Emotionen lösen Stress und Frustration, manchmal auch Angst aus.

Emotionen, die du vermeiden möchtest:

  • Ärger über dich selbst und andere: Die Aufgaben stehen schon so lange auf der To-do-Liste. Diese überholte und überfrachtete Studienordnung, nur deshalb muss ich das machen.
  • Unsicherheit: Die Stofffülle verunsichert mich, was ist wirklich wichtig.
  • Langeweile: Ich habe keine Lust. „Auf meiner Couch mit meinem Smartphone ist es viel gemütlicher und lustiger.“

Die zentrale Bedeutung der Selbstregulation

Selbstregulation ist aus Sicht der Forschung eine wesentliche Fähigkeit, um Prokrastination erfolgreich zu bewältigen. Menschen, die dazu neigen ihre Aufgaben weniger aufschieben, kontrollieren ihre Emotionen stärker und steuern ihre Handlungen besser. Mit anderen Worten sie bleiben am Ball und kommen leichter ins Tun.

Wer prokrastiniert hat nicht weniger Disziplin, sondern ihm fehlt es eher an effektiven Strategien zur Emotionsregulierung.

Embodiment-Forschung

Der Kopf sagt dann Ja zum Lernen und der Bauch sagt Nein. Gefühle sind verkörpert. (Neuester Stand der Kognitionswissenschaft: Embodiment-Forschung.) Diese Herausforderung erleben viele Studierende in Lern- und Prüfungsphasen.

Sobald meine Entscheidungen meinen Kopf (Verstand) und meine Gefühle berücksichtigen, treffe ich kluge Entscheidungen zum Lernen. Dann kann ich mit dem erfolgreichen Lernen loslegen. Mit anderen Worten, der Schweinehund ist äußerst lernfähig und im 21. Jahrhundert ein achtsamer Mental Health Beschützer. Er passt auf dich auf. Und schaut auf deinen Umgang mit Angst und Stress, ausreichend Entspannungs-Momente, und wertvolle Ruhe-Inseln zum Kraft tanken.

Und er zeigt dir wohlwollend Handlungsbedarf auf, deine möglichen mentalen Selbstblockaden. Es lohnt sich, die Gefühle auch ins Boot zu holen.

Prokrastination - Meine Glaubenssätze

(Einige Glaubenssätze aus dem Stress- und Resilienz Coaching und Prüfungsangst Coaching … etwas zugespitzt …)

  1. Ich glaube, heute ist nicht der Tag, um Prioritäten zu setzen.
  2. Ich glaube, Fristen und klare Zeitvorgaben passen nicht zu meinem Typ.
  3. Mein Muss: Erst erledige ich alle unwichtigen Dinge (Klassiker: Küche tipptopp aufräumen vorm Lernen).
  4. Zum Schreiben meiner Klausuren muss ich in der richtigen Stimmung sein.
  5. Nur mal eben meine WhatsApp Nachrichten durchscrollen, ganz kurz telefonieren, E-Mails, WhatsApp, … checken).
  6. Ich bin der Slow-Motion Typ.
  7. Ich werde sofort starten, wenn ich die Zeit dafür finde.
  8. Ohne Zeitdruck kann ich einfach nicht produktiv sein.

Falls du dich von dem möglicherweise weit verbreiteten Glauben der Aufschieberitis verabschieden möchtest, gibt es in Kiel, Hamburg und online Hilfe und Unterstützung von einem erfahrenen Coach. Vereinbare gern ein kostenloses Kennenlernen-Gespräch!

Wenn der innere Schweinehund sich vor einer Prüfung überdeutlich meldet, ist es Zeit für ein gezieltes Prüfungsangst-Coaching.

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