Introvertierte Kollegen werden häufiger als schüchtern und zurückhaltend im Job wahrgenommen. Erfolgreichere Kollegen sind dagegen „kommunikationsstark, präsentationsstark und vortragssicher“. Angeblich gibt es auch eine begrenzte Anzahl an Berufen, die für introvertiert und (hoch)sensible Menschen die bessere Wahl sind. Die Berufswahlportale Indeed oder Stepstone unterstreichen diese Strategie und geben beste Empfehlungen.
Diese Stereotypen „introvertiert – extrovertiert“ helfen dem Gehirn, die ständige Informationsflut zu reduzieren und die komplexe Welt zu vereinfachen. Was hilft Introvertierten wirklich, um im Job erfolgreich zu sein, im Meeting nicht übersehen zu werden, die guten Leistungen kommunikativ in der Präsentation rüberzubringen.
Auch als introvertierter Mensch kannst du dein Selbstbewusstsein und deine Stärken zeigen, um in der westlichen Arbeitswelt, ausgerichtet auf Extraversion zurechtzukommen.
Was zeichnet introvertierte Menschen aus?
In der Persönlichkeitspsychologie wird Introversion als Charaktereigenschaft beschrieben.
Menschen sind sehr verschieden. Mit dem Big Five Modell erfasst die Persönlichkeitspsychologie fünf zentrale Kriterien. Eines davon ist der Begriff der Extraversion in Abgrenzung zur Introversion. Introvertierte gelten als stiller und zurückhaltender, werden manchmal unterschätzt.
Während das Pendant – der Extrovertierte – seine fachliche Qualifikation im Gespräch unterstreicht und hervorhebt, hält sich der Introvertierte eher zurück, ist oft ein eher stiller und sehr aufmerksamer Beobachter.
Die Übergänge des Big Five Modells sind fließend und die Persönlichkeit kann unterschiedliche Nuancen dieses Merkmals aufweisen. So können eher introvertierte Menschen gleichzeitig im Beruf aktiv Arbeitsgruppen initiieren und Netzwerke pflegen.
Wie kann ich als introvertierter Mensch im Job sichtbarer werden?
Sichtbarkeit, insbesondere in größeren Teams und Unternehmen bedeutet aufzustehen und zu zeigen, mit welchen Kompetenzen man zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Spürst du bereits hier etwas Gänsehaut und ein leicht unangenehmes Gefühl? Du beginnst mit den Techniken des Reframing zu arbeiten und wechselst deine Perspektive bei leichtem Stress.
Indem du beginnst erste Schritte zu gehen, sog. Selbstwirksamkeitserfahrungen zu sammeln, stärkst du dein Selbstbewusstsein. Konkret kannst du beispielsweise folgendes tun:
- Du suchst das Gespräch mit deinem Teamleiter oder Vorgesetzten. Im 1:1 Gespräch bennest du deine Projektideen.
- Präsentationen gehören ab heute auf deine To-do-Liste. Denn derjenige, der sich im Meeting zeigt, bleibt auch eher in Erinnerung. Den Umgang mit Lampenfieber kann man professionell trainieren.
Meine Buchempfehlung zum Thema "Introvertiert im Job"
Die Autorin, Psychologin und Psychoanalytikerin beschreibt leicht verständlich und humorvoll, wie wir kleine und große Entscheidungen im Beruf und Alltag treffen. Hier geht es nicht um Soforttipps, sondern darum, sich selbst besser kennenzulernen. Wer seine „somatischen Marker“ kennt, sein Bauchgefühl spürt, kann beispielsweise im Job leichter „Nein sagen“.
