Selbstmotivation: Lernen, wichtige Fragen und Tipps I Claudia Winkel Coaching
Claudia Winkel I Beitrag August 2022 aktualisiert I Juli 2020 veröffentlicht

Möchtest du neue Gewohnheiten in deinen Alltag integrieren? Motiviert bei der Sache zu bleiben ist manchmal nicht so einfach. Selbstmotivation kann man lernen.

Du hast deine großen Ziele im Blick, zergliederst sie in definierte Teilziele. Dabei achtest du darauf, deine Erfolge zu feiern. Sofern es um unangenehme Tätigkeiten geht, greift deine hohe Selbstdisziplin.

Manchmal liegen die Ursachen deutlich tiefer, wenn Lebensenergie und Selbstmotivation über längere Zeit im Studium, Beruf oder Privat fehlen.

Mangelnde Motivation bestärkt Lustlosigkeit und schlechte Laune. Auf Dauer nehmen Selbstzweifel zu.

Damit du dran bleibst am Thema neu motivierten, sei es im Beruf oder Studium hier meine besten 5 Tipps und wesentliche Fragen.

Wie motiviere ich mich?

Das Wissen über deine Werte, Ziele, deiner persönlichen Vision macht es dir deutlich leichter mit Ausdauer am Ball zu bleiben. Mehr dazu weiter unten (Punkt 2.).

Ein ganz gewöhnlicher Tag:  Das Lernpensum ist aktuell hoch  – … lieber doch noch einige Aufgaben schieben. Der Abgabetermin für die wichtigen Folien und die Präsentation ist ganz nah … schnell noch die Mails checken.

Was kannst du tun, um den Motor vom Stottern ins Laufen zu bringen? Was bedeutet Selbstmotivation konkret?

Selbstmotivation hast du in deiner Hand, du kannst sie lernen und wieder in Schwung bringen.

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1. Was ist Selbstmotivation?

Definition: Selbstmotivation ist die Fähigkeit eines Menschen Aufgaben aus eigenem Antrieb (intrinsisch) anzugehen und zu vollenden.

Im Wort Motivation sind bereits deine „Motive“ versteckt: Wer ein für sich attraktives Motiv hat, ein wertvolles Ziel erreichen möchte, erhöht seine Chancen das auch zu erreichen.  Dann ist derjenige auch bereit sich den Schwierigkeiten und besonderen Herausforderungen zu stellen. Er  ist bereit viel Zeit für das Lösen der anstehenden Probleme einzusetzen. Für das Schreiben von Abschlussarbeiten im Studium oder intensive Prüfungsvorbereitungsphasen  eine essentielle Fähigkeit.

2. Intrinsische Motivation: Handeln aus persönlichem Interesse

Intrinsische Motivation, ein Fachbegriff aus der Motivationspsychologie, wird im Alltag häufig mit Selbstmotivation gleichgesetzt. Intrinsisch motivierte Aufgaben und Ziele werden aus eigenem Willen und Antrieb durchgeführt. Im Gegensatz dazu gibt es auch die extrinsische Motivation. Also die Motivation, die durch äußere Reize wie z. B. Belohnungen wirkt.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die intrinsische Motive auf lange Sicht nachhaltiger sind als externe Motive. Diejenigen, die ihren Tätigkeiten mit Begeisterung und Leidenschaft umsetzen, bleiben auch länger am Ball, haben eine erhöhte Frustrationstoleranz.

3. Selbstmotivation beim Lernen fördern

Aktuell ist wissenschaftlich die Selbstbestimmungstheorie nach Richard M. Ryan und Edward L. Deci, zweier US-amerikanischer Psychologieprofessoren, der zentrale Ansatz für intrinsische Motivation.

Dabei geht es um die Erfüllung psychologischer Grundbedürfnisse. Die Erfüllung von drei grundlegenden Bedürfnissen fördern das Lernen maßgeblich.

  1. Das Erleben von Autonomie: Den eigenen Lernprozeß zu gestalten, z.B. den großen Berg an Lernstoff in Teilziele zu zergliedern, Zeitpuffer vorsehen, den Blick auf den inneren Schweinehund werfen und diesen an die Leine zu nehmen.

  2. Das Erleben von Kompetenz: Lernen besteht aus vielen, Teilschritten. Um diese kleinen Ziele immer wieder sichtbar zu machen, hilft es die Lernfortschritte z.B. mit einem Lernjournal oder Lerntagebuch regelmässig aufzuschreiben. Das Lernjournal unterstützt sehr wirksam die verschiedensten Ziele. Denn neben  Dankbarkeit und innerer Zufriedenheit,  angenehmen Glücks-Gefühlen gehören aus der Lerncoaching Perspektive regelmäßig kleine Lernerfolge wie auch umfangreiche Prüfungsvorbereitungen und das Erlernen neuer Lernstrategien in diesen Lernbegleiter.

  3. Soziales Eingebundensein: Diejenigen Schüler oder auch Student:innen, die gezielt Arbeitsgruppen organisieren haben es leichter, Motivation über längere Zeit beizubehalten. Das  gemeinsame Lernen in Kleingruppen oder auch das Treffen, um besonders komplexe und anspruchsvolle Fragen zu lösen schafft hier diese wichtige soziale Verbindung. Auch das Lernen mit einem Studienbuddie, um z.B. die  Prüfungsvorbereitung zu simulieren verstärkt die eigene Motivation.

4. Wie kann ich mich selbst motivieren? Einige Fragen

  1. Habe ich ein persönliches Interesse, die Prüfungen im Studium zu meistern?
  2. Wie motiviert bin ich, auch schwierige Aufgaben zu bewältigen?
  3. Wieviel Freude bereit mir das Lernen?
  4. Hälst du deine anstehenden Tätigkeiten für sinnvoll?
  5. Entsprechen die Aufgaben deinen Wertvorstellungen?
  6. Willst du dich diesen Herausforderung stellen?

5. Selbstmotivation: Tipps und Übungen

  1. Das Ziel sichtbar machen: Indem du deine Erfolge und  Ziele visualisierst, kommst du deinen Wünschen schon ein Stück näher. Notiere dazu zusätzlich deine Stärken, die dich hier unterstützen.
  2. Meilensteine notieren und Erfolgserlebnisse regelmäßig abhaken.
  3. Ein motivierendes Umfeld suchen: Die Stimmung im Team hat immer Rückwirkungen
  4. Selbstbewusstsein stärken: In Frustrationsphasen weitermachen und die Aufmerksamkeit gezielt selbstbewusst auf deine Stärken richten.
  5. Perfektionismus als Feind: Geht es vielleicht eher darum die hohen Ansprüche anderer (Deiner Eltern oder anderer Autoritäten?) zu erfüllen? Dann hilft dir der Weg raus der Perfektionismus-Falle.
  6. Deine 5 wichtigsten Motive in mentaler Hinsicht, in persönlicher Hinsicht schriftlich festhalten. Was ist dir bisher richtig gut gelungen? Woraus beziehst du innere Stärke?

Ziele sind zentral für Motivation.

„Wer im Leben kein Ziel hat, verläuft sich.“ (Abraham Lincoln)

„Für einen, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuern will, gibt es keinen günstigen Wind.“ (Seneca)
 
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