Jeder Mensch macht Denkfehler, auch die Hochintelligenten und ganz schlauen tappen in Denkfallen. Dann dominieren erhebliche Selbstzweifel im Studium, Beruf oder im Privaten, es gibt nur noch Schwarz oder Weiß, Erfolg oder Misserfolg. Ängste oder das Gefühl nicht gut genug zu sein beeinträchtigen das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen erheblich. Lass dich von meiner langjährigen Erfahrung als Sozialwissenschaftlerin (Schwerpunkt: Kommunikationspsychologie) und Coach, meiner positiven Energie und meinem Humor inspirieren. Gemeinsam schaffen wir das, Perspektivwechsel sind ein Lernprozess, dein Denkstil entscheidet wie du auf die Welt blickst.
Was sind Denkfehler?
Definition: Denkfehler, psychologisch als sogenannte kognitive Verzerrungen bezeichnet, sind systematische Fehlurteile, die unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und unsere Entscheidungen betreffen.
Beispiel: Daniela, eine erfolgreiche Softwareentwicklerin, hat für ihre wichtige Präsentation viel Anerkennung und auch kritische Rückmeldungen erhalten. Abends liegt ihr Fokus auf den negativen Gefühlen, sie ärgert sich und denkt pessimistisch: „Heute ist alles schiefgelaufen“. Die Denkfalle schnappt dann zu, wenn sie die Tagesereignisse vorzugsweise negativ interpretiert. Dieser Mechanismus zeigt sich deutlich am inneren Dialog, abwertende bis unfreundliche Worte bestimmen häufig die Wahrnehmung. Die Fehler sind im Fokus, verunsichert, denkt sie „Ich bin eine Versagerin“.
Wie wir auf schwierige Situationen reagieren, hängt von meinem Blick auf die Welt ab – entscheidend ist mein persönlicher Denkstil.
Wer schneller schwarz sieht, häufiger an seinem Wert zweifelt, Angst, Selbstzweifel, Sorgen und Stress im Beruf oder im Privaten wahrnimmt, gerät schneller in Denkfallen.
Doch ein hohes Selbstwertgefühl setzt voraus, dass ich Herausforderungen annehme und aus Fehlern lerne. Ein starkes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl entscheiden maßgeblich über Zufriedenheit und Erfolg in deinem Leben.
Und alles beginnt damit, wie ich Dinge interpretiere, meine Realität konstruiere.
Ursachen für Denkfehler: das Gehirn täuscht uns systematisch
Unser Gehirn ermöglicht uns, blitzschnell Entscheidungen zu treffen, komplexe Probleme zu lösen und soziale Situationen zu meistern. Doch genau diese Effizienz hat ihren Preis: Unser Denken ist systematisch verzerrt. Denken findet vielfach unbewusst und automatisch statt, Denkfallen sind die auch die Basis für wichtige Entscheidungen.
Die Grundlagen unserer konstruierten Wirklichkeit sind die eigenen subjektiven Erfahrungen, Glaubenssätze und Vorurteile. Auch das aktuelle Ausmaß an Angst und Stress im Beruf und im Privaten, das individuell die Emotionen beeinflusst und die kognitiven Fähigkeiten einschränkt.
Denken, Fühlen, Körper und Embodiment
Westliches Denken steht in der langen Tradition, das Denken vom Fühlen und Körper zu trennen. Das Konzept des Dualismus geht auf den Philosophen René Descartes zurück. Er prägte die Gewissheit des eigenen Denkens mit dem berühmt gewordenen Zitat:
„Ich denke, also bin ich“.
Dagegen berücksichtigt die neuere Kognitionswissenschaft, die Idee des Embodiment und die zentrale Rolle der Emotionen. Antonio Damasio, Neurowissenschaftler und Bewusstseinsforscher, betont, dass Gefühle ein wesentlicher Bestandteil für das eigene Denken und gute Entscheidungen sind. In seinem Buch „Descartes Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn.“, weltweit in 30 Sprachen übersetzt, betont er, dass Emotionen ein wesentlicher untrennbarer Bestandteil von rationalem Denken sind.
Embodiment-Coaching und Training:
- im Zürcher Ressourcen Modell (ZRM®), einem Selbstmanagement-Training
- in der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP®-Methode nach Dr. Michael Bohne), emotionale Blockaden lösen und Selbstwirksamkeit steigern
- Embodiment Übungen, Stress, Ärger und schlechte Laune vertreiben
Warum Denkfallen keine Schwäche sind
Denkfehler sind keine persönlichen Defizite, sondern Nebenprodukte der sogenannten Heuristiken. Heuristiken sind mentale Abkürzungen, die es dem Gehirn ermöglichen, schnell und effizient zu entscheiden und so gleichzeitig Energie zu sparen. Das ist aus neurobiologischer Sicht sinnvoll: Das Gehirn verbraucht etwa 20 % der gesamten Körperenergie, obwohl es nur rund 2 % des Körpergewichts ausmacht.
Das schnelle Denken ermöglicht Orientierung, um die zunehmende Informationsflut und vielen Reize im Beruf und im Alltag zu gestalten und den Fokus beizubehalten.
9 typische Denkfallen
Hier stelle ich dir 9 häufige Denkfallen vor. Ein einziger Gedanke genügt, um dir das Leben beruflich oder privat schwerer zu machen.
1. Katastrophisieren
Bei diesem häufigen Denkfehler gehen Menschen in kritischen Situationen bevorzugt vom schlimmsten Fall aus. Das Worst-Cast-Szenario hat keine substanzielle Grundlage und ruft Gefühle wie Angst und Unsicherheit auf den Plan.
- Beispiel Redeangst: „Ich werde bei meiner Präsentation ins Stocken geraten, mein Gesicht wird rot leuchten, ich blamiere mich fürchterlich.“
- Beispiel Prüfungsangst: „Ich werde durch die mündliche Prüfung durchfallen.“
- Beispiel Führerscheinangst: „Das rückwärts Einparken wird mir nicht gelingen.“
2. Alles-oder-Nichts-Denken
Beim Alles-oder-Nichts-Denken werden komplexe Ereignisse in zwei Kategorien eingeteilt. Dieses Schwarz-Weiß-Denken kennt nur zwei Extreme, Zwischenstufen wie die Vielfalt und die Grautöne des Alltags werden komplett ausgeblendet, entweder bin ich der Gewinner oder der Versager. Dieses Denken erzeugt erheblichen Leistungsdruck und Versagensangst.
Beispiel: „Entweder wird mein Auftritt ein Erfolg auf der ganzen Linie oder ich habe komplett versagt.“
3. Übergeneralisierung
Ich mache eine negative Erfahrung in einer bestimmten Situation. Daraus ziehe ich die Schlussfolgerung, dass ich in diesen und ähnlichen Situationen immer wieder negative Erfahrungen machen werde.
Beispiel: Du hast dich bei einer Präsentation sehr unwohl gefühlt, warst dich am Blackout. Jetzt verallgemeinerst du und denkst: „Das Sprechen vor einem größeren Publikum zählt nicht zu meinen Stärken.“ Du denkst, diese Angst und Nervosität bleibt bestehen. Du folgerst: „Es war einmal so, also wird es immer so sein.“
4. Personalisieren
Bei diesem Denkfehler begreife ich mich sehr schnell selbst als Ursache für ein Ereignis. Ich fühle mich stark verantwortlich, obwohl die Verantwortung außerhalb meines Einflussbereiches liegen.
- Beispiel: Ein Projekt im Berufsleben hat nicht die gewünschten Ergebnisse und Zahlen erreicht. „Wenn ich nicht alles selber mache, verlieren wir wichtige Kunden.“
- Beispiel: Die Tochter ist in der Pubertät, hat keine Motivation für das Fach Mathe zu lernen. Die Mutter möchte das sie ein Lerncoaching ausprobiert. Doch die Tochter lehnt ab und schreibt eine Fünf in Mathe. „Ich bin eine schlechte Mutter.“
5. Emotionale Beweisführung
Auch die emotionale Beweisführung ist ein weit verbreiteter Denkfehler, die negativen Gefühle werden als objektive Fakten interpretiert. „Wenn das Gefühl mir Angst macht, dann ist es gefährlich.“
- Beispiel: Der Streit im Team ist eskaliert: „Ich bin verspannt und mein Herz klopft stark. Ich bin nicht geeignet, ein Team zu führen.“
- Beispiel: Ich mache eine Weiterbildung, bin 43 Jahre alt und vor der mündlichen Prüfung sehr verunsichert. „Ich bin unruhig, sogar meine Hände zittern, ich werde die Prüfung nicht bestehen.“
6. Selektive Wahrnehmung
Der Tunnelblick fokussiert selektiv auf einen bestimmten Aspekt einer Situation. Andere widersprechende Ereignisse blendet man komplett aus. Während die negativen Ereignisse im Detail erinnert werden, fallen die positiven Erfahrungen unter den Tisch.
Beispiel für diesen Denkfehler: „Eine Kollegin hat mich während meiner Präsentation gebeten doch lauter zu sprechen. Mein Auftritt war nicht überzeugend.“
7. Voreilige Schlussfolgerung
Dieser Denkfehler basiert auf einer bestimmten Erwartung, für die es keinerlei Anhaltspunkte gibt. Die Schlussfolgerung wird nicht hinsichtlich ihrer Richtigkeit überprüft.
- Beispiel: Die neue Kollegin spricht nicht mit mir: „Sie sucht nicht den Austausch mit mir, also findet sie mich unsympathisch.“
- Beispiel: „Das Schweigen nach meinem Vortrag hat mir verdeutlicht, dass ich nicht der geborene Redner bin.“
8. Negative globale Selbst- und Fremdbewertung
Typisch für diesen Denkfehler ist, dass ich gleich die ganze Person (mich selbst oder die fremde Person) als minderwertig betrachte. Ich berücksichtige weder Eigenschaften noch Verhaltensweisen oder Leistungen.
Beispiel. „Ich bin ein Versager.“ oder „Er ist ein Idiot.“
9. Niedrige Frustrationstoleranz
Der Gedanke, eine unangenehme Situation auszuhalten wird als unerträglich bewertet. Menschen mit einer geringen Frustrationstoleranz glauben, einen bestimmten Zustand nicht aushalten zu können. Sobald Probleme auftauchen oder der gewünschte Erfolg länger auf sich warten lässt, neigen sie dazu, frustriert ihre Ziele aufzugeben.
Beispiele: „Ich ertrage es nicht, für meine Prüfungen stundenlang abstrakte Formeln auswendig zu lernen.“
Was kannst du tun, um Denkfehler zu vermeiden?
Du kennst jetzt verschiedene Arten von Denkfehlern und Denkfallen sowie deren negative Auswirkungen. Dir ist bewusst, dass automatische Gedanken in stressigen und unangenehmen Situationen deine Wahrnehmung erheblich verzerren können.
Ich habe dir einige hilfreiche Fragen zusammengestellt, um deine Denkfallen und verzerrenden Gedanken neu zu bewerten. Denn ein Perspektivwechsel hilft bei Unzufriedenheit oder Beziehungsproblemen (auch mir selbst gegenüber) und eröffnet neue Lösungsmöglichkeiten.
Stell dir diese Fragen:
- Sind meine Gedanken hinsichtlich der Situation objektiv?
- Wie könnte man die Situation noch sehen?
- Welche Rückmeldungen geben dir Kollegen und Vorgesetzte?
- Was würde dir deine beste Freundin/ dein bester Freund dazu sagen?
- Wie sieht dein Realitätscheck jetzt aus?
Berücksichtige, dass das Denken unter Stress den Kopf vernebelt.
Hilfreich, um eine distanzierte Haltung einzunehmen, sind ebenfalls:
- Atemtechniken und Entspannungsübungen
- Emotionale Selbstregulation mit Klopftechniken wie Tapping, EFT, PEP Klopfen
- die Gedankenstopp Methode (kognitive Verhaltenstherapie)
- Reframing: Perspektivwechsel bei Angst und Stress
Denkfehler entlarven: Auftrittsängste, Stress und Prüfungsangst meistern?
Du überlegst schon länger und möchtest hinderliche Denkmuster, die für dich mit Angst und Stress verbunden sind, nachhaltig verändern.
Du vermeidest Präsentationen oder Redebeiträge? Oder bist beim Auftritt im entscheidenden Moment blockiert? Redeangst überwinden ist mit Coaching möglich. Das gilt auch für stressige Situationen beim Thema Prüfungsangst. Ich unterstütze dich gerne, Stress zu reduzieren und dein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu aktivieren.
Nimm gerne Kontakt auf. Im unverbindlichen, kostenlosen Kennenlernengespräch sprechen wir über deine Denkfallen, deine individuellen Herausforderungen und Lösungen.
Weitere Informationen zum Ablauf meines Stress-Coaching.
Meine Buchempfehlung zum Thema Denken und Denkfehler vermeiden
Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
Buchtipps – Denken, Emotionen und Embodiment:
Maja Storch, Frank Krause: Selbstmanagement – ressourcenorientiert: Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Züricher Ressourcenmodell (ZRM)
Maja Storch: Das Geheimnis kluger Entscheidungen: Von Bauchgefühl und Körpersignalen
Michael Bohne: Bitte Klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe
