Viele Menschen kämpfen mit Prüfungsangst: Herzrasen, die Hände schwitzen, Kopfschmerzen. Prüfungsangst kann das Denken blockieren, Zweifel und Angst vor Versagen auslösen. Ob in der Schule, im Studium oder der Weiterbildung, Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center Prüfungsangst kann lähmend sein. Blackout hindert dich, dein Wissen abzurufen und klare Gedanken zu fassen.
Prüfungsangst bewältigen – Ein guter Lernplan reduziert den Stress und das „Wie“ der Angst (individuelle Gründe) klären mit diesen 5 Tipps: Selbstbewusstsein stärken, Perfektionismus runter, Lernstrategien optimieren und Stressmanagement-Techniken wie Atemübungen und Embodiment (Körperhaltung). Ich gebe dir wertvolle Tipps wie du deine Prüfungsangst in den Griff bekommst.
Du fragst dich immer öfter:
„Wie kann ich die Prüfungsangst überwinden?“
Dieser Artikel stellt dir meine besten BLOG Artikel zu Prüfungsangst, Umgang mit Blackout, Lampenfieber und Prokrastination vor. Prüfungsangst in Abschlussprüfungen sind ein Gemisch aus hohen eigenen Erwartungen und ausgeprägten Selbstzweifeln.
Was ist Prüfungsangst?
Definition: Prüfungsangst ist eine spezifische Form der Leistungsangst. Die Bewertung der eigenen Leistung durch andere wird als Bedrohung empfunden. In manchen Fällen ist die Angst so stark, dass das Lernen fast unmöglich wird, in anderen Fällen blockiert die Angst den Prüfungserfolg.
Der Prüfungskandidat hat keinen Zugriff auf sein gut gelerntes Wissen und seine Fähigkeiten. Weder in einer Klausur noch oder in einer mündlichen Prüfung kann er zeigen, was er an Lernstoff beherrscht.
Auf die Prüfung vorbereiten
Eine gute Vorbereitung gilt als das A und O. Ob für die wichtigen Klausuren, Tests oder die mündliche Prüfung, wer ausreichend Zeit für die Prüfungsvorbereitung einplant, reduziert seinen Stress beim Lernen und kann entspannter in die Prüfung gehen. Mit anderen Worten: Der Angstmacher Nummer 1: die schlechte Vorbereitung bleibt draußen vor der Tür. Wogegen das Lampenfieber mit positiver Energie, leistungssteigernd und motivierend mit durch die Tür schlüpft.
Lernplan, Ziele und strategisches Lernen
Prüfungsangst kann gefühlt ein riesiger Berg an Lernstoff sein, der bedrohlich wirkt. Das kann überfordern und ist im ersten Moment beängstigend, dann fühlt man sich plötzlich sehr klein und die Prüfungsangst wird groß und größer.
Lernplan, Zeitmanagement und Ziele: Hier ist gutes Zeitmanagement gefragt: Im Studium und in der Weiterbildung hilft es, zunächst einen Lernplan zu erstellen und konkrete Ziele zu formulieren. So behältst du den Überblick des gesamten Lernstoffes. Dieser Lernberg wird dann in kleine Lerneinheiten unterteilt: Du arbeitest die kleinen Lerneinheiten Schritt für Schritt ab, hast jeweils ein Thema im Fokus.
Wichtig: Wer seinen Lernprozess mit anderen vergleicht, entdeckt beim Googln oder in ChatGPT so einige Hinweise und Regeln zum erfolgreichen Lernen wie „Eat the frog“. Man kann ebenso mit einer Lieblingstätigkeit anfangen, um den Faktor Lernfreude und Motivation am Morgen hochzuziehen.
Pausen, Pufferzeiten und Auszeiten
Wichtig: Zum guten Lernplan gehören auch Pausen und Pufferzeiten sowie ausreichende Wiederholungen. Die Prüfungsvorbereitung gleicht einem Marathon. Damit du ausdauernd am Ball bleibst, lernst du in kleinen Etappen, berücksichtigst auch tägliche kleine Auszeiten. Was dir persönlich guttut? Deine kluge Entscheidung hat deine Vorlieben im Blick: der Kuscheltiger auf dem Sofa, der im Roman abtaucht, auspowern beim Sport (Joggen, Gym oder auf dem Rennrad), beim abendlichen Spazierengehen relaxen oder mit dem Lieblingsmenschen asiatisch kochen und den gemeinsamen Humor pflegen. Alles das tun, was dich in stressigen Momenten wie Prüfungsphasen maximal entspannt.
Strategisches Lernen
Vielen Lernenden, ob Studierende oder erfahrene Berufstätige, fehlt es an effektiven Lernstrategien und Lernmethoden.
Wer in der Lage ist, den Lernstoff in eigenen und einfachen Worten der Lieblings-Oma so zu erzählen, dass sie zustimmend nickt, hat gut gelernt. Aktives Lernen ist effektiver als passives Lernen oder Hören.
Hilfreich ist auch die mündliche Prüfungssituation im Rollenspiel zu simulieren. Das gibt dir Sicherheit in puncto Zeitansatz, Flexibilität im Beantworten der Fragen zu trainieren und hilft dir gezielt Wissenslücken in der Vorbereitung aufzuspüren.
Erweitere deine Lernstrategien: geeignete Strategien optimieren deinen Lernprozess. So sparst du Zeit und verringerst den Lernaufwand. Beispielsweise helfen dir Visualisierungen, Grafiken und eigene zusammengefasste Mindmaps mit Symbolen, deinen Lernstoff zügiger im Langzeitgedächtnis zu verankern. Das menschliche Gehirn verarbeitet Bilder deutlich schneller als Texte.
Symptome: Wie zeigt sich Prüfungsangst?
Prüfungsangst zeigt sich an typischen Symptomen: auf körperlicher Ebene, den Gedanken, Gefühlen und meinem Verhalten.
Unterschied der Symptome bei Lampenfieber und extremer Prüfungsangst
Solange meine Angst die Nervosität und Anspannung leicht erhöht, habe ich Lampenfieber. Dann habe ich zum Beispiel feuchte Hände und Herzklopfen. Lampenfieber kurz vor der wichtigen Prüfung oder Performance ist leistungssteigernd und fördert meine Konzentration.
Dagegen kann extreme Prüfungsangst lähmen und mein Leistungsvermögen erheblich mindern: Hier kommt es zu dem gefürchteten Blackout, Prokrastination (Vermeidungsverhalten) und anderen mentalen Blockaden. Symptome sind, manchmal schon Wochen vor der Prüfung oder Präsentation: Schlafstörungen, Übelkeit, Zittern, Panikattacken und Schwindel.
Die 4 Ebenen der Prüfungsangst
Prüfungsangst äußert sich auf diesen 4 Ebenen.
- Gedankliche Ebene: Gedanken beeinflussen unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung. Typische Denkfehler verzerren unsere Wahrnehmung: Prüfungskandidaten gehen vom schlimmsten Fall aus, katastrophisierende Gedanken drehen sich um Misserfolge und das Nichtbestehen der Prüfungen. Typische negative Gedanken im Kontext Prüfungsangst sind: „Ich werde versagen.“, „Wenn ich durchfalle, machen sich die anderen über mich lustig.“ oder „Ich bin nicht gut genug vorbereitet, ich werde wieder durch die Prüfung durchfallen.“
- Emotionale Ebene: Emotional sind Betroffene angespannt, haben ausgeprägte Angst bis Panik. Weitere begleitende Gefühle sind starke Selbstzweifel, Hoffnungslosigkeit, Versagengefühle und Ärger.
- Körperliche Ebene: Die gesteigerte Ausschüttung des Hormons Adrenalin verursacht physiologisch Herzklopfen, schnellere Atmung, Schwitzen, Übelkeit
- Verhaltensebene: Vermeidungsverhalten tritt auf, die angstauslösende Prüfungs-Situation wird umgangen. Das Lernen und wichtige Prüfungen werden aufgeschoben. (Prokrastination). Plötzlich ist es viel wichtiger die Küche aufzuräumen oder die Fenster zu putzen. Weitere ungünstige Verhaltensweisen sind Frustessen, Bewegungsmangel sowie der vermehrte Genuss von Kaffee, Alkohol und Zigaretten.
Hinderliche Gedanken und häufige Denkfehler
Ursachen von Prüfungsangst
1. Geringes Selbstbewusstsein
Menschen mit geringem Selbstbewusstsein empfinden „normale“ Schwierigkeiten im Studium schneller als Belastung und fühlen sich überfordert. Wer seine Stärken nicht kennt und nicht weiß, wo seine Schwächen liegen, kann sich in der Regel weniger akzeptieren. Es mangelt erheblich an Selbstvertrauen. Gleichermaßen ungünstig ist ein geringes Selbstwertgefühl. Wer sich als Persönlichkeit kaum Wert beimisst, traut sich Prüfungen kaum zu und entwickelt schneller Prüfungsangst.
Prüfungsangst überwinden – Das kannst du tun:
Selbstbewusstsein kann man lernen und trainieren. Hilfreich ist es beispielsweise, mir meine persönlichen Stärken bewusst zu machen. Dabei unterstützt der Stärkentest der Universität Zürich. Hier kann ich mein Selbstbild mit dem Fremdbild des Stärkentests abgleichen.
Selbstwirksamkeit bei Prüfungsängsten
Selbstwirksamkeit spielt ebenso eine zentrale Rolle bei Prüfungsangst. Ausgestattet mit einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung, fühle ich mich zugespitzt formuliert nicht als Gestalter meines Lebens, erst recht nicht als Gestalter von Prüfungserfolg.
Wer hohe Selbstwirksamkeitserwartungen hat und sich und seinen Fähigkeiten vertraut, erlebt sich als aktiver Gestalter jeder stressigen und angstbesetzten Situation.
Der Glaube an dich selbst!
Ich glaube dann daran, dass mir die Prüfung und alle dazugehörigen Handlungen erfolgreich gelingen. Ich bin bereit viel Neues im Studium auszuprobieren (z.B. eine neue Sportart zum Entspannen, eine neue Lernstrategie) und sammele Dauer viele positive Erfahrungen. Die eigene Würdigung dieser Erfolge, die Erfolge feiern macht auf Dauer den Unterschied. So gewinnt ich mehr Selbstsicherheit und kann auch anfangen, bisherige negative Glaubenssätze umdeuten.
Lernende mit einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung können diese handlungsorientierte Fähigkeit jederzeit lernen. Dieses psychologische Konzeptstärkt die Motivation, die körperliche Gesundheit und die Resilienz.
Diese angsterzeugenden negativen Glaubenssätze setzen unter Druck und machen dich klein
- „Ich muss diese Prüfung unbedingt bestehen.“
- „Wenn ich Fehler mache, lehnen mich alle ab.“
- „Nur, wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert.“
2. Perfektionismus
Perfektionismus verstärkt die Prüfungsangst. Wer sehr hohe Leistungsansprüche an sich stellt, glaubt, dass er keine Fehler machen darf.
Die Grenzen zwischen wünschenswerter hoher Gewissenhaftigkeit im Studium (Schule) und sog. dysfunktionalem Perfektionismus sind dabei fließend. Es ist wichtig, übertriebenen Perfektionismus zu hinterfragen.
Denn Fehler zu machen oder auch eine Prüfung nicht zu bestehen sind erst einmal eine unangenehme Erfahrung. Fehler machen ist menschlich und gehört zum Leben dazu. (Spoiler: Du wirst im Leben noch viele weitere Fehler machen und daraus sehr viel lernen und dich weiterentwickeln.)
Wesentlich sind beim Umgang mit Fehlern deine Gedanken. Beginnst du bereits bei Bekanntgabe deines Prüfungstermins zu grübeln und dir Sorgen zu machen, dann beginnt oft eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn erst deine negative Bewertung bringt dein Sorgenkarussell in Schwung.
Prüfungsangst überwinden – Das kannst du tun:
Mit dieser Übung kannst du dein Gedankenkarussell stoppen.
Ferner hilft es, realistisch zu bleiben. Geht es in deinem Fall darum, dass du überhaupt den Schulabschluss erreichst oder deine Versetzung möglich wird? Dann spielen die Noten und Ergebnisse eine untergeordnete Rolle. Du hast bestanden, das zählt. Später wird dich niemand nach der Note fragen.
Berücksichtige, dass ein schlechter Schulabschluss keine endgültige Aussage über deine persönliche und berufliche Entwicklung bedeutet. Ein durchschnittliches Abitur kratzt am Selbstvertrauen und muss kein Karrierehindernis sein. Dir ist jetzt bewusst, dass du dein Selbstbewusstsein trainieren kannst.
Kommt es dagegen auf deinen Notendurchschnitt an, um die Zulassung für deinen Wunsch-Studiengang zu erreichen, dann kann dir ein Kurzzeit-Coaching weiterhelfen. Ein professionelles Lerncoaching unterstützt dich gezielt mit Übungen zu Lernstrategien und hilft dir mentale Blockaden zu lösen. Beide Strategien nehmen Druck heraus.
3. Negative Erfahrungen
Wer bereits in früheren Prüfungen unangenehme Erfahrungen gemacht hat, sei es, dass man durchgefallen ist oder der Prüfer eine kritische Anmerkung hatte, hat jetzt „Angst vor der Angst“.
Auch die Reaktion von Eltern – ihr kritischer Kommentar zu einer nicht bestandenen Prüfung, kann tiefgreifende Spuren hinterlassen.
Ebenso trifft es den Kollegen oder die Kollegin, die schlechte Erfahrungen in der Präsentation mit dem Vorgesetzten gemacht hat.
Hilfreich: Übungen aus dem Embodiment können dich unterstützen, in wenigen Minuten viel Stress zu reduzieren. Diese Probleme lassen sich in unserer kopflastigen Welt nicht immer nur über den Verstand lösen.
Prüfungsangst kann jeden treffen. Studenten und Berufstätige sprechen seltener über Ängste und für manche ist es ein Tabu. Das Thema ist peinlich und unangenehm, verursacht Schamgefühle und verstärkt Selbstzweifel. Häufiger wird hier geschwiegen.
Prüfungsangst verstärkt Zukunftsangst
Soweit das Prüfungsergebnis für das Abschlusszeugnis relevant ist, nimmt der Druck zu. Dann ist der Ausbildungsplatz aus Sicht des Betroffenen nicht mehr sicher. Zukunftsangst macht sich zusätzlich breit, wenn der Realschulabschluss (der mittlere Schulabschluss, MSA) oder das Abitur und damit das Wunschstudium gefährdet sind.
Besonders dann, wenn du mehrfach durch eine Prüfung gerasselt bist, steigt der innere Druck. Häufig beginnt hier ein Teufelskreis. Denn auch der äußere Druck ist nicht nur im Psychologiestudium gestiegen. Die Einführung des Bachelor-Master-Systems hat Prüfungsangst verstärkt.
Prüfungsangst im Gehirn
Ein gewisses Maß an Angst ist nichts Negatives. Dieser Stress im Gehirn ist gut für deine Leistungsfähigkeit. Dein Gelerntes ist nicht plötzlich weg, sondern deine Gedanken sind durch Angst blockiert. In diesem Artikel findest du nicht nur eine Erklärung, warum moderater Stress gut fürs Lernen ist, sondern auch konkrete Tipps, dich beim Lernen in der Prüfungsvorbereitung zu entspannen.
Prüfungsangst Tipps: erprobt und zuverlässig
Für den schnellen Überblick findest du in diesem BLOG Artikel kurz und knapp 17 Tipps gegen Prüfungsangst und Panik: Selbstbewusstsein stärken.
Diese 17 Tipps gegen Prüfungsangst, aus meiner über 20-jährigen Erfahrung helfen erprobt und zuverlässig gegen Prüfungsangst.
Keine Panik: So verhinderst du einen Blackout
Viele Studierende, Schüler und berufstätige Lernende leiden unter Prüfungsangst. Rund 40 Prozent der deutschen Schüler haben selbst dann Angst zu versagen, wenn sie gut vorbereitet sind, zeigt die Pisa-Studie von 2015.
Wer für Klausuren, Referate, Zwischenprüfungen, Abschlussprüfungen und mündlichen Prüfungen lernt, erlebt stressige Nervosität und Blackout.
Und immer wieder gibt es neue Prüfungsangst-Situationen. Wir müssen unser Wissen unter Beweis stellen und souverän präsentieren. Sei es im Vorstellungsgespräch, im Meeting oder in der Verhandlung mit einem wichtigen neuen Kunden trotz erheblicher Redeangst gut performen. Ebenso das Lampenfieber für Präsentationen im Job im Griff haben. Die eigene Bestleistung unter Stress abzurufen, lässt sich erfreulicherweise trainieren.
Wie Blackout vermeiden?
- Deine gute Lernorganisation und Prüfungsvorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Übersichten, Ziele setzen und eine strukturierte Aufbereitung des Lernstoffs bzw. der Themen sind zu Beginn der Joker für mehrwöchige Lernpläne. Das gibt Sicherheit und mindert dein Lampenfieber.
- Tipps, um Blackout in der Prüfung zu vermeiden bzw. für Entspannung zu sorgen, findest du in diesem Artikel.
Was tun gegen Prüfungsangst?
Folgende Strategien im Umgang mit Prüfungsangst helfen dir, entspannter und gelassener in deine Prüfungen zu gehen.
1. Angst entmachten
Viele ängstliche Gedanken wie auch Gefühle von Unsicherheit und Selbstzweifel befeuern deine Angst und ziehen dein Stresslevel hoch. Das gehört zu unser evolutionären Grundausstattung. Bereits ein einzelner Gedanke wie z.B. „Hilfe, die Zeit für meine Prüfungs-Vorbereitungen ist zu knapp.“ reicht aus, um Stress auszulösen.
Achte darauf, dass du selbst deine Angstspirale entmachten kannst. Es sind deine angstauslösenden Gedanken zur Prüfungsangst und dem möglichen Versagen, die dir Druck machen. Der Horror im Kopf, dein Worst-Case-Szenario, ist das Ergebnis deiner persönlichen Bewertung. In der Regel kannst du Prüfungen im zweiten Versuch wiederholen. Ein schlechtes Prüfungsergebnis hat nichts mit deinem Wert als Mensch zu tun. Hilfreich ist es hier, vorsorglich einen Plan B in der Tasche zu haben. Und auch in einer ruhigen Minute, darüber nachzudenken, was Erfolg in deinem Leben bedeutet.
Das Schlimmste ausmalen
Du fühlst dich gefangen in Sorgen, Angst und Zweifeln? Gib diesen negativen Gedanken und Befürchtungen einen gewissen Raum. Angenommen, du schaffst die Klausur, das Projekt oder Prüfung nicht. Wie sieht hier dein Worst-Case-Szenario aus?
1. Befürchtungen vor Prüfung notieren
- Notiere vor der Prüfung bis zu max. 10 Minuten deine aktuellen Ängste, Sorgen und Zweifel auf einem Zettel. Diesen legst du in deine Hosentasche. Jetzt kannst du mit mehr Zuversicht in die Prüfung gehen. (Tatsächlich ist diese Übung das Ergebnis einer Studie mit Studierenden. Während die untätige Kontrollgruppe vor der Prüfung wartete, schrieben die anderen Studenten ihre Ängste auf und schnitten deutlich besser in der Prüfung ab.)
- Während der Vorbereitung hilft der langfristige Blick auf deine Ängste, Sorgen und Zweifel. Im Rückblick sehen Dramen anders aus.
2. Angenommen, das Allerschlimmste tritt aus deiner Sicht ein:
- durchfallen durch die wichtige Prüfung
- eine schlechte Note schreiben
- den Drittversuch an der Uni nicht zu schaffen
Dann gehst du deinen Weg und schaust 3 Jahre später bzw. 5 Jahre/ 10 Jahre später darauf zurück. Wie bewertest du dann dieses Ereignis? Häufig passiert Folgendes: Wenn man sich bewusst überlegt, was das Schlimmste wäre, kann die Angst sich auflösen.
2. Denken an Stärken und Erfolge
Wer seine Stärken beim Lernen und in stressigen Prüfungen kennt, ist im Vorteil. Positive Denkmuster programmieren das Gehirn auf Erfolg. Denn Gedanken, Gefühle und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig.
Wer sich zum Beispiel an frühere Erfolge wie bestandene mündliche Prüfungen oder die Abiturprüfung erinnert und diese als lebhafte intensive Bilder vorstellt und visualisiert, zahlt auf seinen Prüfungserfolg ein.
3. Positiv Denken
Salopp formuliert plappert unser Gehirn den ganzen Tag über positive und negative Gedanken. Während positive Gedanken dir helfen, dein Selbstvertrauen und deine Zuversicht für die wichtigen Prüfungen zu stärken, tragen die negativen Gedanken dazu bei, deine Prüfungsangst zu unterstützen.
Beispiele für positive Affirmationen (Selbstbestätigung):
- „Ich schaffe das!“
- „Ich gebe mein Bestes!“
- „Ich habe mich für diese Zwischenprüfung/ Abschlussprüfung gut vorbereitet!“
Negative Selbstgespräche lassen sich kurzfristig verändern. Hier hilft dir ganz praktisch die Übung mit dem Stoppschild, um deine negativen Gedanken umgehend zu unterbrechen.
4. Prüfungsangst überwinden: ein Lernjournal im Lernprozess
Beginne ab heute deinen Lernprozess in Prüfungsphasen zu beobachten. Du analysierst, wann deine Prüfungsangst, Nervosität und Lampenfieber auftreten. Oder setzt den Fokus auf Momente, in denen du, trotz Prokrastination (Aufschieberitis) angefangen hast, Lernstoff zu wiederholen.
So entsteht im Studium eine realistische Bestandsaufnahme deiner persönlichen Entwicklung. Deine Reflexionsfragen und dein regelmäßiges Feedback tragen auf Dauer zu deinem Erfolg in der Prüfung bei. Dein eigenes Feedback ist eine wesentliche Möglichkeit, aus den Rückmeldungen zu lernen. Achte darauf, dass du hier wertschätzend und lösungsorientiert mit dir selber kommunizierst.
Lern- und Erfolgsjournal: Fragen, Erfolge und Misserfolge
Führe ein Lernjournal und notiere während der Prüfungsvorbereitung auch täglich, was dir gut gelingt. Begrenze dich für mehrere Wochen auf ein Teilthema. Beispielsweise kannst du täglich Konzentration und Entspannungsübungen in den Fokus rücken. Du wirst erleben, dass du im Laufe des Tages Konzentration bzw. Entspannung viel bewusster erlebst. Dazu schreibst du Abends deine drei kleine Erfolge auf.
Notiere möglichst zeitnah nach jeder bewältigten und gescheiterten Prüfung die Gründe für deinen Erfolg und Misserfolg. Soweit dir Verbesserungsvorschläge einfallen, schreibe auch diese auf. Deine „Lessons learned“ sind wertvolle Helfer. Am besten hast du ein Workbook (Ein einfaches Heft genügt.) für diese wichtigen Informationen griffbereit.
Das bewirkt auf Dauer, dass du deine persönliche Entwicklung, deine Stärken und Schwächen im Blick hast.
Mittlerweile zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass diese kombinierte Strategie – Journal schreiben und kleine Erfolge feiern – deine mentale Gesundheit fördert. Oder anders gesagt, dich glücklicher und zufriedener macht.
5. Entspannungsübungen gegen Prüfungsangst
Entspannungsübungen und Atemtechniken können beim Umgang mit Prüfungsangst schnell helfen. Ebenso die Stoppschild-Methode sowie die noch unbekannteren Übungen der Embodiment-Methode.
- Entspannungsübungen (langfristig wirken: Yoga, Progressive Muskelentspannung)
- Stoppschild-Methode (Sorgenkarussell sofort stoppen)
- Embodiment Übungen (1-Minuten-Übungen gegen Stress)
Professionelle Unterstützung bei Prüfungsangst
Prüfungsangst entsteht im Kopf. Mit den Tipps eines erfahrenen Lern- und Prüfungscoach kannst du deine Prüfungsangst überwinden und Lernblockaden und andere mentale Blockaden lösen. Das Prüfungsangst-Coaching ist individuell, kein 08/15-Plan.
Nicht jeder Mensch ist in der Lage, seine Prüfungsangst und den nervigen Stress mit Selbsthilfemethoden zu bewältigen. Professionelle Hilfe durch einen Coach oder Psychologen hilft, die Angst zu überwinden und die Motivation aufzubauen. Im mentalen Training gegen Prüfungsangst arbeite ich mit einem Mix an Interventionen. Eine besonders effektive Methode der Angst- und Stressbewältigung ist die PEP-Technik und Embodiment Methode (nach Dr. Michael Bohne) in Verbindung mit Mentaltraining und der Wissenschaft der Positiven Psychologie.
Viele Menschen mit ausgeprägter Prüfungsangst sind erstaunt, dass oft nur 3 -5 Coaching Termine ausreichen, um zuversichtlich und mit Selbstvertrauen in die Prüfung zu gehen. Melde dich gerne, im kostenfreien Kennenlerngespräch schauen wir auf deine individuelle Prüfungssituation und finden passgenaue Strategien. Damit du in deinen Prüfungen in Zukunft von Lösungen umzingelt bist.
